Bericht von der Ideenwerkstatt am 26.11.2019 in reichelsheim

Mit seinem neuen Projekt „Gersprenztal inklusiv – Inklusive Nachbarschaft im Oberen Gersprenztal“ fokussiert das GenerationenNetz nun besonders die Teilhabe von Menschen mit Behinderung bei allen Aktivitäten im Gemeinwesen. Die Idee hinter dem Thema „Inklusive Nachbarschaft“ ist: Alle gehören zu unserem Gemeinwesen dazu: Junge und Alte, Kranke und Gesunde, Menschen mit und ohne Behinderung. Bei einer Ideenwerkstatt in Reichelsheim mit etwa 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern benannten Bürgerinnen und Bürger mit und ohne Behinderung sowie Vertreterinnen und Vertreter von Kommune, Vereinen und Gewerbe die für sie brennendsten Themen im Miteinander.

So seien Verkehrsmittel notwendig, die Gehbehinderte und ältere Menschen auch zuhause abholen und auch in schmalere Straßen fahren könnten. Angeregt wurde mehrfach die Anschaffung eines Bürgerbusses, da das örtliche Taxiunternehmen sich auf rentable Fahrten mit größerer Entfernung konzentriere. Gelobt wurden dabei die Nachbarschaftlichen Hilfen des GenerationenNetzes, die v.a. Begleitung zu Ärzten oder zum Einkaufen umfassen. Dauerhaft seien aber auch hier mehr ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer vonnöten, um zum Beispiel auch Fahrten zu Gruppen und Veranstaltungen zu ermöglichen.

Diskutiert wurde auch über die Bürgersteige, die teilweise zu schmal seien, teilweise zugeparkt oder mit Mülltonnen zugestellt. Im Winter sei es erforderlich, den Schnee in genügender Breite für Rollstühle, Rollatoren und Kinderwagen zu räumen. Immer wieder fiel das „Zauberwort“ Rücksichtnahme. Angeregt wurde auch eine Öffnung der Behindertenparkplätze für eine größere Zielgruppe (auch bereits bei leichterer Gehbehinderung), wie dies andernorts bereits möglich sei.

Ein Leitsystem für Blinde und Sehbehinderte wurde ebenso als Notwendigkeit benannt wie barrierefreier Wohnraum. Schwerhörige wünschen sich vor allem Induktionsschleifen in öffentlichen Räumen wie Kirchen, der Reichenberghalle und den Friedhofskapellen. Fremdworte und englische Worte erschweren das Textverständnis von Infoblättern, auch von Hilfsangeboten – Texte sollten einfacher formuliert werden.

Wiederholt wurde der Wunsch geäußert, dass Vereine Menschen mit Einschränkungen bei ihren Angeboten „mitnehmen“.

Folgende Arbeitsgruppen haben sich bei der Ideenwerkstatt gebildet:

Rund um Mobilität (Bürgerbus / Gestaltung der Bürgersteige)

Alleine wohnen – regelmäßige Telefonkontakte als Sicherheit (Telefonkette/Telefonnetz)

Inklusive Treffpunkte (Schaffung von neuen niederschwelligen Angeboten und/oder „Abklopfen“ von vorhandenen Angeboten auf ihre Barrierefreiheit)

Eine Arbeitsgruppe rund um das Thema „Schwerhörigkeit“ hatte sich bereits vor der Ideenwerkstatt gebildet und wird im kommenden Jahr Veranstaltungen speziell zum Thema „Schwerhörigkeit“ anbieten.

Alle Arbeitsgruppen sind für weitere Mitarbeitende offen.

Die Ideenwerkstatt ist der Start in das neue Projekt des GenerationenNetzes „Gersprenztal inklusiv – Inklusive Nachbarschaft“, finanziert von der Glücksspirale. Nach dem Start in Reichelsheim soll es im Frühjahr 2020 auch in Brensbach und Fränkisch-Crumbach Ideenwerkstätten geben. Infos unter www.gersprenztal-inklusiv.de oder Tel. 06164-6429477.